Ein Bewerbungsratgeber der etwas anderen Art

Wie Sie dauerhaft verhindern, jemals einen Arbeitsplatz zu erhalten

Wir empfehlen dazu auf humorvolle Art die folgende Bewerbungsstrategie:

Die Wahl der richtigen Bewerbungsmappen

Vergeuden Sie kein Geld für hochwertige Bewerbungsmappen. Benutzen Sie stattdessen Schnellhefter. Dort können Sie Ihre Bewer­bungs­unterlagen – nahtlos hintereinander gereiht – unterbringen. 50 Stück dieser vorteil­haften Mappen sind schon für unschlagbare 6,44 € im Fachhandel erhältlich. Die Mappen dürfen ruhig abgegriffen aussehen - das beweist doch, wie heftig Sie sich bereits um Arbeit bemüht haben. Verwenden Sie also möglichst keine neuen Bewerbungsmappen, sondern entscheiden Sie sich für bereits benutzte Mappen.

Einprägsame Allein­stellungsmerkmale sind auch Fettfinger-Abdrücke und Eselsohren auf Bewerbungsmappen. Personalentscheider sehen das heutzutage nicht mehr so verkniffen, da sie selbst auch gern Bewerbungsmappen durchblättern, während sie in der anderen Hand ihr Frühstücksbrot halten.

Welche Bewerbungsunterlagen gehören in eine Bewerbungsmappe?

Das Anschreiben

Verschwenden Sie nicht allzuviel Zeit mit der Formulierung des Anschreibens. Cooler Text, der vor Rechtschreib-, Grammatik und Orthopädie-Fehlern nur so strotzt ist heute hipp. Erstellen Sie am Besten einen Einheitstext – verzichten Sie bewusst auf eine persönliche Anrede. Eine einfache Gruß­formel "Hi" oder "Hi all" ist völlig ausreichend. Dann können Sie das Anschreiben universell für jede Firma benutzen und laufen nicht Gefahr, den Namen des Personalchefs falsch zu schreiben.

Das Deckblatt und das Foto des Bewerbers
Image: Bewerbungsfoto - schlechtes Beispiel

Bewerberfotos sollten ebenso wenig ein Vermögen verschlingen. Spezielle Automaten in Bahnhöfen spucken schon preisgünstige Fotos in Serie aus. Ist Ihnen der Gang zum nächsten Bahnhof zu anstrengend, so kramen Sie doch einfach mal in Ihren Urlaubsfotos. Bestimmt befindet sich ein nettes Foto darunter, dass Sie sonnenverbrand am Ballermann-Strand zeigt. Das drückt aus, wie ernst Sie es mit Ihrer Bewerbung meinen. Demonstrieren Sie Ihre Persönlichkeit! Innovation ist gefragt!

Der erste Eindruck ist entscheidend! Solche Bewerbungsfotos haben einen echten Wieder­erkennungseffekt.

Die "Dritte Seite"

Kommen wir zur Thema "Dritte Seite". Was ist das denn? Hier können Sie richtig auf die Sahne hauen, denn auf der dritten Seite präsentieren Sie Ihre "special skills" - Ihre besonderen Fähigkeiten und Kenntnisse. Sparen Sie nicht mit Übertreibungen und beschreiben Sie Ihre Qualifikationen nur in der Superlative. Wenn Sie sich zum Beipsiel als Banker bewerben, können Sie hier erwähnen, dass Sie in Ihrer Freizeit die Finanzen des örtlichen Fußballvereins verwalten. Sie sind nicht verpflichtet zu erwähnen, dass Sie den Verein leider in den Ruin getrieben haben. Heben Sie gerade in diesem Dokument hervor, dass Sie ein Alles-Könner sind.

Der tabellarische Lebenslauf

Für die Erstellung Ihres Lebenslaufes sollten Sie sich sehr viel Zeit nehmen und sorgfältig abwägen, welche Zeiten Sie angeben wollen und welche Zeiten dem Inhalt Ihrer Bewerbungsmappe besser fern bleiben sollten.

"Mut zur Lücke!"

Normalerweise sind Lebensläufe übersichtlich strukturiert. Sie können sich aber wirkungsvoll von der Masse abheben, indem Sie Ihre Daten wild über das Dokument verstreuen. Das beweist Ihre Kreativität und Ihren Ideenreichtum. Außerdem fordert es den Personalentscheider heraus, sich besonders intensiv mit Ihrem Lebenslauf zu beschäftigen.

Schul- und Arbeitszeugnisse

"Nice to have!"

Packen Sie niemals Ihre miserablen Schulzeugnisse in Ihre Bewerbungsmappen. Lassen Sie auch hier Ihrer Kreativität freien Lauf. Machen Sie mit einem guten Bild­bearbeitungsprogramm aus einer 5 in Mathe eine 2.

Sind Sie stolze Besitzerin eines Arbeitszeugnisses mit dem folgenden Wortlaut: "Frau Beate Beispiel bemühte sich redlich um Pünktlichkeit und war ständig bestrebt, sich den Anforderungen unserer Betriebsabläufe anzupassen"?

Dann besteht Handlungsbedarf für Sie! Korrigieren Sie ungerechtfertigte Arbeitszeugnisse umgehend, bevor Sie sie in Ihre Bewerbungsmappen heften. Formulieren Sie diese fiesen und unehrlichen Texte, die in keinster Weise Ihre tatsächliche Motivation und Qualifikation wieder­spiegeln um. Auch hier dient wieder ein Bildbearbeitungsprogramm. Ersetzen Sie mit Hilfe dieser Software negative Formulierungen gnadenlos durch positive Formulierungen.

Hinweis: Achten Sie sorgfältig darauf, dass Sie nicht bei Facebook, wer-kennt-wen, I-Love-You, studiVZ, XING oder Stay-Friends bereits widersprüchliche Angaben gemacht haben. Personal­manager blättern schon mal gerne in Bewerbungs­mappen und überprüfen Ihre Angaben im "Social Web".

 

Die Online Bewerbung via eMail

 
Lustige Tipps für eine E-Mail-Bewerbung:

Fackeln Sie nicht lange, nachdem Sie eine annähernd passende Stellenanzeige gefunden haben. Öffnen Sie Ihr E-Mail-Programm und beginnen Sie also flott drauf los zu schreiben. Sicherlich haben Sie bereits eine geeignete E-Mail-Adresse wie "Hasi1983@provider.de" oder "neandertaler55@provider.de" oder "no_nickname_idea@provider.de".

Unternehmen drücken ihren Wunsch nach einer Online-Bewerbung normalerweise in der Stellenanzeige explizit aus. Sie können das aber getrost ignorieren. Als Empfänger geben Sie in Ihrem eMail-Programm einfach "info@unternehmen.de" oder "postmaster@unternehmen.de" ein. Das kommt immer an! Zumindest im Spam-Ordner! Sie können es aber auch durchaus mit "webmaster@unternehmen.de" probieren. Auf "Nummer-Sicher" gehen Sie, wenn Sie im CC (Copy Carbon) "postmaster@unternehmen.de", "webmaster@unternehmen.de" und sicher­heitshalber noch "kontakt@unternehmen.de" eingeben. Breitband-Versand!

Jetzt folgt der schwierigste Teil einer Online Bewerbung: Der Inhalt - also das Anschreiben und die Bewerbungsunterlagen in digitaler Form!

Beginnen wir doch mit dem Anschreiben Ihrer digitalen Bewerbungsmappe

Darum kommen Sie eh nicht herum. Legen Sie also ganz geschmeidig los ... ähnlich wie in Ihrem Chatroom. Da Ihnen ggf. der Name des Ansprechpartners fehlt, so beginnen Sie doch einfach mit einem höflichen und universellen "Hi" oder "Hallo"! Direkt neben Ihrer Begrüßung können Sie noch Ihren persönlichen Avatar einfügen. Damit geben Sie den Empfängern die Möglichkeit, sich sofort ein umfassendes Bild von "Hasi1983@provider.de" zu machen. Womöglich befindet sich ein Personaler oder ein Ausbildungsleiter unter den Empfängern.

Dann fahren Sie - unabhängig aller Gestaltungsregeln für Bewerbungsdokumente - fort und formulieren Ihr Anliegen, Ihre Künste und Fähigkeiten - direkt im E-Mail-Editor. Individualität trumpft!

Hallo! Hiermit möchte ich mich bei ihnen bewerben ..............

In Kürze mehr .........




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